Zeitzeugen gesucht

Werden Sie Teil von Blackbox Heimerziehung und teilen Sie Ihre Geschichte

Zeitzeugen gesucht

Vom 15. Juli bis zum 22. August 2025 waren in Rostock gleich zwei Wanderausstellungen zu sehen, die sich mit repressiven Maßnahmen der SED-Diktatur auseinandersetzen. Die „BLACKBOX HEIMERZIEHUNG“ thematisiert das repressive DDR-Heimsystem und „Einweisungsgrund: Herumtreiberei“ beleuchtet die Geschichte der Geschlossenen Venerologischen Stationen. Gezeigt werden beide Ausstellungen zunächst in der Dokumentations- und Gedenkstätte in der ehemaligen Stasi-Untersuchungs-haftanstalt (DuG) Rostock. Die Präsentation  beider Ausstellungen  und der Veranstaltungsreihe „Ich will nicht hinter Gittern
leben“ erfolgte in Kooperation mit der Dokumentations- und Gedenkstätte Rostock, dem Landesbeauftragten für Mecklenburg-Vorpommern für die Aufarbeitung der SED-Diktatur, der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern und der Hanse- und Universitätsstadt Rostock.

 

Ausstellungsdaten

 

Zeitraum: 15. Juli – 22. August 2025
Öffnungszeiten: Dienstag und Donnerstag, 10–15 Uhr, sowie nach Anmeldung
Ausstellungsort: Dokumentations- und Gedenkstätte Rostock (DuG), Grüner Weg 5, 18055 Rostock

 

Der Eintritt ist frei.

BLACKBOX HEIMERZIEHUNG

Die Wanderausstellung BLACKBOX HEIMERZIEHUNG der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof (GJWH) Torgau gastiert an historischen Orten der DDR-Heimerziehung und klärt im Innen- und Außenbereich eines umgebauten Seecontainers über die Geschichte des repressiven DDR-
Heimsystems auf. Seit 2022 ermöglichte die Ausstellung bereits an 21 verschiedenen Standorten die Auseinandersetzung mit einem Teil der DDR-Geschichte, der vielerorts bereits in Vergessenheit geraten ist. Am neuen Standort wird die Geschichte des Durchgangsheims in Rostock-Bramow
(1951–Ende der 1980er Jahre) und des Jugendwerkhofs Rühn (1950–1990) beleuchtet.

 

Website: www.blackbox-heimerziehung.de
Instagram: @ddr_heimerziehung_aufarbeiten

Einweisungsgrund: Herumtreiberei

Die Wanderausstellung ist ein gemeinsames Projekt der Gedenkstätte GJWH Torgau und des Vereins Riebeckstraße 63 e.V. Im Fokus steht die Umerziehung in den Geschlossenen Venerologischen Stationen, in denen systematisch sexualisierte Gewalt ausgeübt wurde. Betroffen waren vor allem Mädchen und Frauen, deren Verhalten von den sozialistischen Idealen der Arbeitsdisziplin, des partnerschaftlichen Zusammenlebens oder der Staatstreue abwich. Ein Schwerpunkt liegt auf der
Geschichte der Geschlossenen Venerologischen Station in Rostock (1955–1979).

 

Website: www.einweisungsgrund-herumtreiberei.de
Instagram: @einweisungsgrundherumtreiberei

15.07. | 17 Uhr Ausstellungseröffnung

Den Auftakt bildet die feierliche Ausstellungseröffnung am Dienstag, 15. Juli 2025, um 17 Uhr in der DuG Rostock. Grußworte und Beiträge geben Einblicke in die Anliegen der Aufarbeitung und führen in die Ausstellungen ein. Anschließend finden Rundgänge durch die Ausstellungen statt.

 

Programm

  • Beiträge von Cathleen Mendle-Annuschkewitz (Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Rostock)

  • Dr. Steffi Brüning (Leiterin der Dokumentations- und Gedenkstätte Rostock)

  • Dr. Lars Tschirschwitz (Stellv. Landesbeauftragter für MV für die Aufarbeitung der SED-Diktatur)

  • Anschließend Ausstellungsrundgänge mit Hannes Schneider (Gedenkstätte GJWH Torgau)

Ab 15.07 | Veranstaltungsreihe „Ich will nicht hinter Gittern leben“ 

Begleitend zur Rostocker Station findet eine Veranstaltungsreihe mit Gesprächen, Filmvorführung, Beratungsangeboten und einem Workshop statt.

 

  • 22.07. | 18 Uhr Betroffenengespräch (DuG) – Gespräch mit zwei Betroffenen der repressiven DDR-Heimerziehung bzw. Venerologischen Stationen. Begrüßung: Burkhard Bley. Moderation: Juliane Weiß.
  • 29.07. | 19 Uhr Film & Gespräch – „Trauma ‚Tripperburg‘ – Gewalt gegen Frauen in der DDR“ (Dokumentarfilm, 2023) mit anschließendem Gespräch. Ort: Lichtspieltheater Wundervoll, Frieda 23, 18057 Rostock.
  • 05.08. | 13–17 Uhr Beratungsnachmittag für Betroffene (DuG) – mit Mareen Joachim und dem Stasi-Unterlagen-Archiv. Anmeldung: post@lamv.mv-regierung.de 
  • 12.08. | 16–17:30 Uhr Erzählcafé – für betroffene Frauen der Geschlossenen Venerologischen Stationen (auch Angehörige und Interessierte willkommen). Ort: Rathaus-Anbau, Beratungsraum 1a.
  • 12.08. | 18 Uhr Vortrag – „Die Geschlossene Venerologische Station in Rostock“ (Dr. Steffi Brüning) mit anschließendem Rundgang. Anmeldung: gleichstellungsbeauftragte@rostock.de  Ort: Rathaus Rostock.
  • 14.08. | 16:30 Uhr Online-Workshop – „Disziplinierung und sexualisierte Gewalt in DDR-Umerziehungseinrichtungen – Strukturen, Erfahrungen und Verantwortung bis heute“. Anmeldung: info@einweisungsgrund-herumtreiberei.de 

Geschichte

Durchgangsheim Rostock-Bramow

Das Durchgangsheim wird um 1951 in der Carl-Hopp-Straße 4 in Rostock-Bramow neben einem Hilfsschulheim eröffnet. Obwohl es nur acht Plätze hat, ist es in den 1960er Jahren zeitweise mit 35 Mädchen und Jungen belegt.  Jährlich durchlaufen bis zu 190 Minderjährige das Heim.

 

Die Schlafräume im Heim bleiben nachts verschlossen. Einen Notruf gibt es nicht. Auch tagsüber ist stundenweise kein Personal vor Ort, sodass die Kinder und Jugendlichen in dieser Zeit ohne Aufsicht eingeschlossen sind. Prügelstrafen und andere ehrverletzende Strafen sind für die 1960er Jahre belegt.

 

Ende der 1980er Jahre wird das Durchgangsheim wahrscheinlich nach Rostock-Schmarl verlegt. Das Gebäude in der Carl-Hopp-Straße existiert heute nicht mehr.

Rostock Transit Home

The transit home opens around 1951 at 4 Carl-Hopp-Straße in Rostock-Bramow, next to an auxiliary school home. Although it only has eight places, in the 1960s it is temporarily occupied by 35 girls and boys. Up to 190 minors pass through the transit home every year.


The dormitories remain locked at night. There is no emergency call system. During the day, staff would be absent for hours at a time, leaving the minors locked in without supervision. Beatings and dishonouring punishments are documented from the 1960s.


By the end of the 1980s, the transit centre probably moves to Rostock-Schmarl. The building in Carl-Hopp-Straße no longer exists today.

Das Normalkinderheim „Egon Schultz“ in Rostock-Lichtenhagen

Das Kinderheim „Egon Schultz“ ist ein staatliches Normalkinderheim in Rostock-Lichtenhagen. Dort werden Kinder und Jugendliche im Alter von zwei bis 18 Jahren eingewiesen, etwa weil sie elternlos sind oder aus Sicht der Jugendhilfe als gefährdet gelten. Über Normalkinderheime ist bislang insgesamt wenig geforscht; auch zu dieser Einrichtung liegen bisher nur wenige Informationen vor.

 

Am 23. März 1981 wird die erste Bewohnerin aufgenommen. Der Vorschulteil wächst rasch, und die Belegung des gesamten Heims steigt auf rund 140 Kinder und Jugendliche. Der Tagesablauf ist streng reglementiert; auf Ordnung und Sauberkeit wird großer Wert gelegt. Das pädagogische Personal arbeitet in zwei Schichten, nachts betreuen zwei Nachtwachen die Kinder. Politisch-ideologische Erziehung und Kollektiverziehung spielen im Heimalltag eine zentrale Rolle.

 

Nach 1990 folgt eine Phase der Neuorientierung. Im Oktober 1992 übernimmt der ASB Landesverband Mecklenburg-Vorpommern die Einrichtung, später wird sie in dezentrale Wohngruppen umstrukturiert und das Angebot erweitert.

Vom 13. bis 15. Mai 2025 war die mobile Ausstellung BLACKBOX HEIMERZIEHUNG im Rahmen des 18. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetags (DJHT) auf dem Neuen Messegelände in Leipzig zu sehen. Als besonderer Standort richtete sich die Ausstellung hier vor allem an Fachpublikum aus Jugendhilfe, Bildung, Politik und Zivilgesellschaft. Gleichzeitig bot die Präsentation auch Besucher:innen die Möglichkeit, sich am mobilen Denkzeichen mit der Geschichte repressiver Heimerziehung auseinander-zusetzen. Die Präsentation erfolgte in Kooperation mit dem Sächsischen Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt und wurde durch die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe (AGJ) unterstützt.

 

Ausstellungsdaten

 

Zeitraum: 13. bis 15. Mai 2025

Öffnungszeiten:

13. und 14. Mai 2025: 10:00 bis 19:00 Uhr
15. Mai 2025: 10:00 bis 17:00 Uhr

Ausstellungsort: Neues Messegelände Leipzig

 

Der Eintritt ist frei. 

13.05.–15.05. | BLACKBOX HEIMERZIEHUNG Leipzig DJHT (18. Deutscher Kinder- und Jugendhilfetag)

Vom 13. bis 15. Mai 2025 war die BLACKBOX HEIMERZIEHUNG Leipzig auf dem Neuen Messegelände Leipzig im Rahmen des

18. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetags zu sehen. Während der drei Veranstaltungstage stand die Ausstellung als mobiler Lern- und Erinnerungsort für Gespräche, Fragen und Austausch zur Verfügung. Die Besucher:innen der BLACKBOX HEIMERZIEHUNG konnten mit dem Team der Gedenkstätte und Zeitzeug:innen (14. & 15.05.) ins Gespräch kommen und sich mit der Geschichte
repressiver Heimerziehung in der DDR auseinandersetzen.

 

 

Vom 23. bis 24. November 2023 gastierte die BLACKBOX HEIMERZIEHUNG in Dresden im Rahmen der Jugendgeschichtstage auf dem Vorplatz des Sächsischen Landtags. Anschließend zog die Ausstellung an ihren zweiten Dresdner Standort auf das Gelände des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt.

 

In der sächsischen Hauptstadt erinnert die BLACKBOX HEIMERZIEHUNG an die Geschichte des Dresdner Durchgangsheims, das nach mehreren Umzügen bis 1987 in der Togliattistraße 30 (heute Glacisstraße) untergebracht war.

 

Ausstellungsdaten

 

Zeitraum: 23. bis 24. November 2023

Öffnungszeiten: 11.30 bis 16 Uhr

Ausstellungsort: Vorplatz Sächsischer Landtag, Bernhard-von-Lindenau-Platz 1, 01067 Dresden

 

Der Eintritt ist frei.

Geschichte

Durchgangsheim Dresden 

Am Steinberg 5 in Dresden-Wachwitz wird 1951 ein Durchgangsheim eröffnet. Im Laufe der Jahre zieht es mehrfach um, 1963 in die Döbelner Straße 54 und 1977 

in die Togliattistraße 30 (heute Glacisstraße) mitten in die Dresdener Innenstadt. Das Durchgangsheim bietet

etwa 30 Plätze für minderjährige Mädchen und Jungen.  

Aufgrund strenger Vorschriften sind Durchgangsheime gefängnisähnliche Einrichtungen und eine Unterbringung bedeutet immer einen Freiheitsentzug. 

 

Im Durchgangsheim Dresden sind die Räume nachts verschlossen und die Fenster vergittert. Es gibt Arrestzellen und eine Signalanlage, die mit der nächsten Polizeistation verbunden ist. Gewaltanwendungen, Suizid- und Fluchtversuche sind dokumentiert.

Im Jahr 1987 wird das Durchgangsheim Dresden im Zuge einer Neuorganisation aller DDR-Durchgangsheime geschlossen.

Durchgangsheime in der DDR 

In Durchgangsheimen sind Kinder und Jugendliche im Alter von 3 bis 18 Jahren vorübergehend untergebracht, bis über ihren weiteren Lebensweg entschieden wird. Darunter befinden sich Minderjährige, die von zu Hause weggelaufen oder aus einem Heim geflohen sind, die aufgrund einer Gefährdungssituation nicht länger im Elternhaus verbleiben können oder für die ein Heimaufenthalt bereits beschlossen wurde, aber noch kein Heimplatz zur Verfügung steht. Eine vorläufige Unterbringung von bis zu 18 Tagen ist vorgesehen. In der Praxis dauert der Aufenthalt jedoch oft mehrere Monate.

Bilder Durchgangsheim Dresden

Durchgangsheim in der Togliatti (Glacisstraße) 30 in Dresden-Neustadt, 1988

English Version 

Dresden transit home

Transit homes were part of the GDR’s system of special homes and were usually prison-like facilities to accommodate children and juveniles temporarily.

In 1951, a transit home was established at Am Steinberg 5 in Dresden-Wachwitz. Over the years, it changed addresses several times, moving to Döbelner Strasse 54 in 1963 and to Togliattistrasse 30 (today’s Glacisstrasse), in Dresden’s city centre, in 1977. The transit home provided space for 30 juvenile girls and boys.

Due to the strict security regulations, transit homes were similar to prisons and always meant depriving the children of their freedom. At the Dresden transit home, rooms were locked at night and the windows were barred. There was an arrest cell and a signal system connected to the nearest police station. Documents show evidence of violence, as well as attempted suicides and escapes. In 1987, the Dresden transit home was closed during the reorganisation of all GDR transit homes.

Transit homes

Children and juveniles aged 3 to 18 were accommodated in the GDR’s transit homes until a decision was made about their futures. They included minors who had run away from home because it was too dangerous for them to remain with their parents. Others were due to be housed in more permanent homes, but were still waiting to be allocated a place. Due to the strict security regulations, transit homes were similar to prisons and always meant depriving the children of their freedom. After their official closure in 1987, some facilities continued to operate as transit facilities.

Vom 16. bis 21. November 2023 war die mobile Ausstellung BLACKBOX HEIMERZIEHUNG der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof (GJWH) Torgau im bayerischen Hof zu sehen – erstmals in einem der alten Bundesländer. Die Präsentation fand im Rahmen der Deutsch-Deutschen Filmtage der Partnerstädte Hof und Plauen statt. 


Im Mittelpunkt standen zwei (heute kaum noch sichtbare) historische Orte repressiver DDR-Heimerziehung im nahegelegenen Vogtland: das Spezialkinderheim „Friedenswacht“ (Triebel) und der Jugendwerkhof „Schloss Voigtsberg“ (Oelsnitz/Vogtland).Die beiden Einrichtungen dienten bis in die 1960er Jahre als Umerziehungsheime mit einer Aufnahmekapazität von fast 200 Kindern und Jugendlichen. Bis heute erinnert an beiden Standorten nichts mehr an dieses dunkle Kapitel der DDR-Geschichte.


Ausstellungsdaten

 

Zeitraum: 16. bis 21. November 2023
Öffnungszeiten: Freitag bis Montag, 10:00 bis 16:00 Uhr
Ausstellungsort: Dr.-Wirth-Platz, 95028 Hof


Der Eintritt ist frei. 

Geschichte

Spezialkinderheim „Friedenswacht“
Triebel

1951 eröffnet in Triebel das Kindererziehungsheim „Friedenswacht“. Bereits 1952/1953 erfolgt die Umstrukturierung zum Spezialkinderheim. Insgesamt bietet die Einrichtung Platz für bis zu 45 Jungen im Alter von 6 bis 14 Jahren. 1968 wird das Heim schließlich aufgelöst. In den folgenden Jahrzehnten nutzt das Ministerium für Staatssicherheit den Gebäudekomplex als Kinderferienlager. Heute befindet sich dort ein buddhistisches Meditationszentrum.

“Friedenswacht” special children’s home Triebel

The “Friedenswacht” children’s educational home opens in Triebel in 1951. Shortly afterwards, it is restructured into a special children’s home (1952/1953) with a capacity of 45 boys aged 6 to 14. The facility is eventually closed in 1968. In the following decades, the Ministry of State Security uses the building complex as a children’s holiday camp. Today, it houses a Buddhist meditation centre.

Jugendwerkhof „Schloss Voigtsberg“
Oelsnitz/ Vogtland

Nach dem Zweiten Weltkrieg dient Schloss Voigtsberg zunächst als Flüchtlingsunterkunft. 1952 richtet die DDR hier einen Jugendwerkhof ein. Er bietet Platz für 140 Mädchen und Jungen im Alter von 14 bis 18 Jahren. Ab 1957 ordnet man den Jugendwerkhof dem Typ C „Hilfsschüler“ zu. Die Jugendlichen besuchen eine heiminterne „Hilfsschule“, die nur ein eingeschränktes Bildungsniveau vorsieht. Außerdem erfolgen Arbeitseinsätze u. a. in der Rinderzucht Geilsdorf, der Baumwollspinnerei Lengenfeld und im Teppichwerk Oelsnitz. Ende 1961 wird der Jugendwerkhof aufgelöst: Die Jugendlichen werden entlassen oder in anderen Heimen untergebracht. Nachweislich kommen 40 Jugendliche vorübergehend in den Jugendwerkhof Antonsthal, bis das Spezialkinderheim Meerane fertiggestellt ist.

“Schloss Voigtsberg” juvenile workhouse, Oelsnitz/ Vogtland

After World War II, Schloss Voigtsberg is initially used to accommodate refugees. In 1952, a juvenile workhouse is established there. It provides space for 140 girls and boys aged 14 to 18. From 1957 onwards, it is assigned to the Type C category (“Hilfsschüler”). The youths attend the home’s internal special school (“Hilfsschule”), which teaches only to modest standards. In addition, labour assignments take place at locations including the Geilsdorf cattle farm, the Lengenfeld cotton mill and the Oelsnitz carpet factory. The juvenile workhouse is closed at the end of 1961. As a result, the youths are released or moved to other homes. There is evidence that 40 youths are temporarily accommodated at the Antonsthal juvenile workhouse until the completion of the Meerane special children’s home.

Vom 2. bis zum 4. März 2023 war die BLACKBOX HEIMERZIEHUNG auf der Geschichtsmesse in Suhl zu sehen. Die jährlich stattfindende Fachtagung der Bundesstiftung Aufarbeitung wird seit 2008 in Suhl ausgerichtet und widmet sich Themen der deutsch-deutschen Geschichte. 2023 trug die Tagung den Titel „Konflikt und Zusammenhalt. Demokratie und Gesellschaft seit den Freiheitsrevolutionen 1989/90“.

 

Ausstellungsdaten

 

Zeitraum: 02. bis 04. März 2023
Öffnungszeiten: 02. und 03.03. von 10 bis 18 Uhr; 04.03. von 10 bis 12 Uhr

Ausstellungsort: Geschichtsmesse der Bundesstiftung Aufarbeitung, Suhl

 

Der Eintritt ist frei.

Die »BLACKBOX HEIMERZIEHUNG« bringt die Geschichte der repressiven Erziehung in den Spezialheimen der DDR zurück an historische Orte ehemaliger Umerziehungseinrichtungen. Als umgebauter Seecontainer mit einer Ausstellung im Innen- und Außenbereich sowie einem begleitenden Online-Modul reist das mobile Denkzeichen seit 2022 an verschiedene Orte der DDR-Heimerziehung. Dabei lädt es Jugendliche, interessierte Bürger:innen und Anwohner:innen ein, sich mit einem Teil der DDR-Geschichte auseinanderzusetzen, der in unmittelbarer Nähe oder regionaler Umgebung stattfand. Im Mittelpunkt stehen die Schicksale ehemaliger DDR-Heimkinder.

 

Auf der Geschichtsmesse in Suhl präsentierte sich die BLACKBOX HEIMERZIEHUNG einem Fachpublikum. Direkt vor dem Haupteingang des Tagungshotels positioniert, stieß der Mobile Lernort der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau auf reges Interesse – insbesondere bei Kolleg:innen anderer Museen und Gedenkstätten. Zudem wurde das Projekt im Rahmen des Tagungsprogramms vorgestellt; der Austausch und die Diskussion boten Gelegenheit, Erfahrungen und Perspektiven zur Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung zu teilen. So konnten erste Eindrücke und Ansätze mit Vertreter:innen anderer Gedenk-stätten, Aufarbeitungsinitiativen sowie schulischer und außerschulischer Bildungseinrichtungen, Geschichtsvereinen und wissenschaftlichen Einrichtungen diskutiert werden.

 

Direkt im Anschluss an die Geschichtsmesse wanderte die »BLACKBOX HEIMERZIEHUNG« nach Heldburg (Landkreis Hildburg-hausen) zu ihrer ersten öffentlichen Station für 2023. Dort war sie vom 6. März bis zum 2. April zu sehen.

Am 15. September 2022 begleitete die Wanderausstellung BLACKBOX HEIMERZIEHUNG der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof (GJWH) Torgau die Demokratie-Messe in Plauen. Als mobiles Denkzeichen und interaktiver Lernort informiert die Ausstellung über die Geschichte der repressiven DDR-Heimerziehung. Insbesondere wird auf die Geschichte von zwei Spezial-heimen zur Umerziehung in unmittelbarer Nähe der größten Stadt im sächsischen Vogtland aufmerksam gemacht.

 

Begleitet und unterstützt wurde die Präsentation vor Ort durch den Plauener Verein colorido e.V.

 

Ausstellungsdaten

 

Zeitraum: 15. September 2022

Ausstellungsort: Demokratie-Messe in Plauen

 

Der Eintritt ist frei.

Geschichte

Spezialkinderheim „Friedenswacht“
Triebel

1951 eröffnet in Triebel das Kindererziehungsheim „Friedenswacht“. Bereits 1952/1953 erfolgt die Umstrukturierung zum Spezialkinderheim. Insgesamt bietet die Einrichtung Platz für bis zu 45 Jungen im Alter von 6 bis 14 Jahren. 1968 wird das Heim schließlich aufgelöst. In den folgenden Jahrzehnten nutzt das Ministerium für Staatssicherheit den Gebäudekomplex als Kinderferienlager. Heute befindet sich dort ein buddhistisches Meditationszentrum.

“Friedenswacht” special children’s home Triebel

The “Friedenswacht” children’s educational home opens in Triebel in 1951. Shortly afterwards, it is restructured into a special children’s home (1952/1953) with a capacity of 45 boys aged 6 to 14. The facility is eventually closed in 1968. In the following decades, the Ministry of State Security uses the building complex as a children’s holiday camp. Today, it houses a Buddhist meditation centre.

Jugendwerkhof „Schloss Voigtsberg“
Oelsnitz/ Vogtland

Nach dem Zweiten Weltkrieg dient Schloss Voigtsberg zunächst als Flüchtlingsunterkunft. 1952 richtet die DDR hier einen Jugendwerkhof ein. Er bietet Platz für 140 Mädchen und Jungen im Alter von 14 bis 18 Jahren. Ab 1957 ordnet man den Jugendwerkhof dem Typ C „Hilfsschüler“ zu. Die Jugendlichen besuchen eine heiminterne „Hilfsschule“, die nur ein eingeschränktes Bildungsniveau vorsieht. Außerdem erfolgen Arbeitseinsätze u. a. in der Rinderzucht Geilsdorf, der Baumwollspinnerei Lengenfeld und im Teppichwerk Oelsnitz. Ende 1961 wird der Jugendwerkhof aufgelöst: Die Jugendlichen werden entlassen oder in anderen Heimen untergebracht. Nachweislich kommen 40 Jugendliche vorübergehend in den Jugendwerkhof Antonsthal, bis das Spezialkinderheim Meerane fertiggestellt ist.

“Schloss Voigtsberg” juvenile workhouse, Oelsnitz/ Vogtland

After World War II, Schloss Voigtsberg is initially used to accommodate refugees. In 1952, a juvenile workhouse is established there. It provides space for 140 girls and boys aged 14 to 18. From 1957 onwards, it is assigned to the Type C category (“Hilfsschüler”). The youths attend the home’s internal special school (“Hilfsschule”), which teaches only to modest standards. In addition, labour assignments take place at locations including the Geilsdorf cattle farm, the Lengenfeld cotton mill and the Oelsnitz carpet factory. The juvenile workhouse is closed at the end of 1961. As a result, the youths are released or moved to other homes. There is evidence that 40 youths are temporarily accommodated at the Antonsthal juvenile workhouse until the completion of the Meerane special children’s home.

Zeitzeugen gesucht