Zeitzeugen gesucht

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Zeitzeugen gesucht

Station: Dresden

Nach dem ersten Standort in Dresden im Rahmen der Jugendgeschichtstage war die BLACKBOX HEIMERZIEHUNG vom 

28. November bis zum 7. Dezember 2023 auf dem Gelände des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt zu sehen. Dort eröffnete am 28. November 2023 die Sächsische Staatsministerin Petra Köpping die Ausstellung mit einem Grußwort.


Bis zum 7. Dezember 2023 erinnerte die BLACKBOX HEIMERZIEHUNG an die Geschichte des Dresdner Durchgangsheims, das nach mehreren Umzügen bis 1987 in der Togliattistraße 30 (heute Glacisstraße) untergebracht war.


Ausstellungsdaten

 

Zeitraum: 28. November bis 7. Dezember 2023
Öffnungszeiten: Montag bis Samstag, 10 bis 16 Uhr
Ausstellungsort: Gelände des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, Albertstraße 10, 01097 Dresden (Zugang zur Ausstellung über die Erich-Ponto-Straße)


Der Eintritt ist frei.

28.11. | 14:30 Uhr Eröffnungsveranstaltung

Ort: Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, Albertstraße 10, 01097 Dresden

 

Programm 

  • Grußwort der Staatsministerin Petra Köpping, Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt
  • Grußwort der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau / Vorstellung des Projektes BLACKBOX HEIMERZIEHUNG 
  • Moderiertes Zeitzeugengespräch

Anschließend Rundgang und Zeit für einen persönlichen Austausch.

Geschichte

Durchgangsheim Dresden 

Am Steinberg 5 in Dresden-Wachwitz wird 1951 ein Durchgangsheim eröffnet. Im Laufe der Jahre zieht es mehrfach um, 1963 in die Döbelner Straße 54 und 1977 

in die Togliattistraße 30 (heute Glacisstraße) mitten in die Dresdener Innenstadt. Das Durchgangsheim bietet

etwa 30 Plätze für minderjährige Mädchen und Jungen.  

Aufgrund strenger Vorschriften sind Durchgangsheime gefängnisähnliche Einrichtungen und eine Unterbringung bedeutet immer einen Freiheitsentzug. 

 

Im Durchgangsheim Dresden sind die Räume nachts verschlossen und die Fenster vergittert. Es gibt Arrestzellen und eine Signalanlage, die mit der nächsten Polizeistation verbunden ist. Gewaltanwendungen, Suizid- und Fluchtversuche sind dokumentiert.

Im Jahr 1987 wird das Durchgangsheim Dresden im Zuge einer Neuorganisation aller DDR-Durchgangsheime geschlossen.

Durchgangsheime in der DDR 

In Durchgangsheimen sind Kinder und Jugendliche im Alter von 3 bis 18 Jahren vorübergehend untergebracht, bis über ihren weiteren Lebensweg entschieden wird. Darunter befinden sich Minderjährige, die von zu Hause weggelaufen oder aus einem Heim geflohen sind, die aufgrund einer Gefährdungssituation nicht länger im Elternhaus verbleiben können oder für die ein Heimaufenthalt bereits beschlossen wurde, aber noch kein Heimplatz zur Verfügung steht. Eine vorläufige Unterbringung von bis zu 18 Tagen ist vorgesehen. In der Praxis dauert der Aufenthalt jedoch oft mehrere Monate.

Bilder Durchgangsheim Dresden 

Durchgangsheim in der Togliatti (Glacisstraße) 30 in Dresden-Neustadt, 1988

English Version 

Dresden transit home

Transit homes were part of the GDR’s system of special homes and were usually prison-like facilities to accommodate children and juveniles temporarily.

In 1951, a transit home was established at Am Steinberg 5 in Dresden-Wachwitz. Over the years, it changed addresses several times, moving to Döbelner Strasse 54 in 1963 and to Togliattistrasse 30 (today’s Glacisstrasse), in Dresden’s city centre, in 1977. The transit home provided space for 30 juvenile girls and boys.

Due to the strict security regulations, transit homes were similar to prisons and always meant depriving the children of their freedom. At the Dresden transit home, rooms were locked at night and the windows were barred. There was an arrest cell and a signal system connected to the nearest police station. Documents show evidence of violence, as well as attempted suicides and escapes. In 1987, the Dresden transit home was closed during the reorganisation of all GDR transit homes.

Transit homes

Children and juveniles aged 3 to 18 were accommodated in the GDR’s transit homes until a decision was made about their futures. They included minors who had run away from home because it was too dangerous for them to remain with their parents. Others were due to be housed in more permanent homes, but were still waiting to be allocated a place. Due to the strict security regulations, transit homes were similar to prisons and always meant depriving the children of their freedom. After their official closure in 1987, some facilities continued to operate as transit facilities.

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