Zeitzeugen gesucht

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Zeitzeugen gesucht

Station: Wasserschloss Klaffenbach

Vom 5. bis zum 25. April 2023 war die Wanderausstellung BLACKBOX HEIMERZIEHUNG am Wasserschloss Klaffenbach in Chemnitz zu sehen. Das Mobile Denkzeichen der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof (GJWH) Torgau erinnerte dabei an die Schicksale ehemaliger DDR-Heimkinder und machte die Geschichte der repressiven Heimerziehung an historischen Orten sichtbar. In Kooperation mit den Chemnitzer Veranstaltungszentren und der Stadt Chemnitz setzte die Station einen Impuls für die lokale Auseinandersetzung mit diesem Kapitel der DDR-Geschichte. Zugleich stand die Geschichte des ehemaligen Jugendwerkhofs „Rosa Luxemburg“ in Klaffenbach im Mittelpunkt.

 

Ausstellungsdaten

 

Zeitraum: 05. April – 25. April 2023

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag, 11 bis 17 Uhr

Ausstellungsort: Wasserschloss Klaffenbach (neben dem Atelierhaus), Wasserschloßweg 6, 09123 Chemnitz

 

Eintritt ist frei.

04.04. | Einweihung Informations- und Gedenktafel zum ehemaligen Jugendwerkhof

Am 4. April 2023 weihte die Stadt Chemnitz eine Informations- und Gedenktafel zur Geschichte des ehemaligen Jugendwerkhofs „Rosa Luxemburg“ im Wasserschloss Klaffenbach ein. Im Rahmen der Veranstaltung wurde auch die BLACKBOX HEIMERZIEHUNG eröffnet.

 

Die Ausstellung lud Jugendliche, interessierte Bürger:innen und Anwohner:innen dazu ein, sich mit der Geschichte der DDR-Heimerziehung auseinanderzusetzen – insbesondere mit den Ereignissen, die sich in unmittelbarer Nähe oder regionaler Umgebung abspielten.

Geschichte

Jugendwerkhof „Rosa Luxemburg“

1947 wurde im Wasserschloss Klaffenbach zunächst ein Mädchenheim eingerichtet, das ab 1949 den Status eines Jugendwerkhofs für Mädchen im Alter von 14 bis 18 Jahren erhielt. Der Name „Rosa Luxemburg“ ist in den Akten erstmals 1952 nachweisbar. Zu Beginn verfügte der Jugendwerkhof über 55 Plätze. In den folgenden Jahrzehnten stieg die Kapazität deutlich an; eine maximale Belegung von 120 Plätzen ist ab 1978 verzeichnet. Bis 1990 diente die Einrichtung der „Umerziehung zu sozialistischen Persönlichkeiten“.

 

Der Heimalltag war durch Heimordnung und Tagesablauf streng reglementiert. Er wurde überwiegend von Arbeit und kollektiver Freizeit bestimmt. Das Gelände des Wasserschlosses nutzte man anfangs landwirtschaftlich. Die Mädchen arbeiteten unter anderem in Tierzucht, Feldbau und Hauswirtschaft. Später wurden sie außerdem in Betrieben der Region eingesetzt. In Neukirchen und Brand-Erbisdorf entstanden zwei Außenstellen, in denen die Jugendlichen in unmittelbarer Nähe ihrer Arbeitsstätten untergebracht waren.

 

Wie in allen Jugendwerkhöfen der DDR konnten die Mädchen auch in Klaffenbach nur eine berufliche Teilfacharbeiter-Ausbildung absolvieren. 1990 wurde der Jugendwerkhof aufgelöst. Bei der Schließung befand sich das Gebäude in einem desolaten Bauzustand. In den Folgejahren wurde das Wasserschloss Klaffenbach aufwändig saniert und ist seit 1995 wieder öffentlich zugänglich.

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