Am 15. September 2022 begleitete die Wanderausstellung BLACKBOX HEIMERZIEHUNG der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof (GJWH) Torgau die Demokratie-Messe in Plauen. Als mobiles Denkzeichen und interaktiver Lernort informiert die Ausstellung über die Geschichte der repressiven DDR-Heimerziehung. Insbesondere wird auf die Geschichte von zwei Spezial-heimen zur Umerziehung in unmittelbarer Nähe der größten Stadt im sächsischen Vogtland aufmerksam gemacht.
Begleitet und unterstützt wurde die Präsentation vor Ort durch den Plauener Verein colorido e.V.
Ausstellungsdaten
Zeitraum: 15. September 2022
Ausstellungsort: Demokratie-Messe in Plauen
Der Eintritt ist frei.
Geschichte
Spezialkinderheim „Friedenswacht“
Triebel
1951 eröffnet in Triebel das Kindererziehungsheim „Friedenswacht“. Bereits 1952/1953 erfolgt die Umstrukturierung zum Spezialkinderheim. Insgesamt bietet die Einrichtung Platz für bis zu 45 Jungen im Alter von 6 bis 14 Jahren. 1968 wird das Heim schließlich aufgelöst. In den folgenden Jahrzehnten nutzt das Ministerium für Staatssicherheit den Gebäudekomplex als Kinderferienlager. Heute befindet sich dort ein buddhistisches Meditationszentrum.
“Friedenswacht” special children’s home Triebel
The “Friedenswacht” children’s educational home opens in Triebel in 1951. Shortly afterwards, it is restructured into a special children’s home (1952/1953) with a capacity of 45 boys aged 6 to 14. The facility is eventually closed in 1968. In the following decades, the Ministry of State Security uses the building complex as a children’s holiday camp. Today, it houses a Buddhist meditation centre.
Jugendwerkhof „Schloss Voigtsberg“
Oelsnitz/ Vogtland
Nach dem Zweiten Weltkrieg dient Schloss Voigtsberg zunächst als Flüchtlingsunterkunft. 1952 richtet die DDR hier einen Jugendwerkhof ein. Er bietet Platz für 140 Mädchen und Jungen im Alter von 14 bis 18 Jahren. Ab 1957 ordnet man den Jugendwerkhof dem Typ C „Hilfsschüler“ zu. Die Jugendlichen besuchen eine heiminterne „Hilfsschule“, die nur ein eingeschränktes Bildungsniveau vorsieht. Außerdem erfolgen Arbeitseinsätze u. a. in der Rinderzucht Geilsdorf, der Baumwollspinnerei Lengenfeld und im Teppichwerk Oelsnitz. Ende 1961 wird der Jugendwerkhof aufgelöst: Die Jugendlichen werden entlassen oder in anderen Heimen untergebracht. Nachweislich kommen 40 Jugendliche vorübergehend in den Jugendwerkhof Antonsthal, bis das Spezialkinderheim Meerane fertiggestellt ist.
“Schloss Voigtsberg” juvenile workhouse, Oelsnitz/ Vogtland
After World War II, Schloss Voigtsberg is initially used to accommodate refugees. In 1952, a juvenile workhouse is established there. It provides space for 140 girls and boys aged 14 to 18. From 1957 onwards, it is assigned to the Type C category (“Hilfsschüler”). The youths attend the home’s internal special school (“Hilfsschule”), which teaches only to modest standards. In addition, labour assignments take place at locations including the Geilsdorf cattle farm, the Lengenfeld cotton mill and the Oelsnitz carpet factory. The juvenile workhouse is closed at the end of 1961. As a result, the youths are released or moved to other homes. There is evidence that 40 youths are temporarily accommodated at the Antonsthal juvenile workhouse until the completion of the Meerane special children’s home.