Vom 15. April bis 22. Mai 2026 ist die BLACKBOX HEIMERZIEHUNG in Auerbach/Vogtland zu sehen. In Kooperation mit dem Gemeinnützigen Schulungszentrum für Sozialwesen lädt die Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau zum Besuch ein.
Die Ausstellung setzt einen wichtigen Impuls für die lokale Auseinandersetzung mit der repressiven Heimerziehung in der DDR. Im Mittelpunkt der Station stehen zwei regionale Orte: das ehemalige Spezialkinderheim „Friedenswacht“ in Triebel sowie der Jugendwerkhof „Schloss Voigtsberg“ in Oelsnitz/Vogtland. Die Ausstellung knüpft damit an lokale Geschichte an, erinnert an die Schicksale ehemaliger DDR-Heimkinder und lädt zum Austausch ein.
Ausstellungsdaten
Zeitraum: 15. April – 22. Mai 2026
Öffnungszeiten: Mo-Do: 08:00 bis 15:00 Uhr; Fr: 08 bis 13:00 Uhr
Ausstellungsort: Gemeinnütziges Schulungszentrum für Sozialwesen, Stauffenbergstr. 19, 08209 Auerbach/Vogtland (Außenbereich vor dem Schulgelände)
Der Eintritt ist frei.
15.04.2026 | Eröffnung
Am 15. April 2026 um 11:00 Uhr wird die BLACKBOX HEIMERZIEHUNG eröffnet. Es wird eine Einführung in die Ausstellung durch einen Mitarbeiter der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof geben.
Geschichte
Spezialkinderheim „Friedenswacht“
Triebel
1951 eröffnet in Triebel das Kindererziehungsheim „Friedenswacht“. Bereits 1952/1953 erfolgt die Umstrukturierung zum Spezialkinderheim. Insgesamt bietet die Einrichtung Platz für bis zu 45 Jungen im Alter von 6 bis 14 Jahren. 1968 wird das Heim schließlich aufgelöst. In den folgenden Jahrzehnten nutzt das Ministerium für Staatssicherheit den Gebäudekomplex als Kinderferienlager. Heute befindet sich dort ein buddhistisches Meditationszentrum.
“Friedenswacht” special children’s home Triebel
The “Friedenswacht” children’s educational home opens in Triebel in 1951. Shortly afterwards, it is restructured into a special children’s home (1952/1953) with a capacity of 45 boys aged 6 to 14. The facility is eventually closed in 1968. In the following decades, the Ministry of State Security uses the building complex as a children’s holiday camp. Today, it houses a Buddhist meditation centre.
Jugendwerkhof „Schloss Voigtsberg“
Oelsnitz/ Vogtland
Nach dem Zweiten Weltkrieg dient Schloss Voigtsberg zunächst als Flüchtlingsunterkunft. 1952 richtet die DDR hier einen Jugendwerkhof ein. Er bietet Platz für 140 Mädchen und Jungen im Alter von 14 bis 18 Jahren. Ab 1957 ordnet man den Jugendwerkhof dem Typ C „Hilfsschüler“ zu. Die Jugendlichen besuchen eine heiminterne „Hilfsschule“, die nur ein eingeschränktes Bildungsniveau vorsieht. Außerdem erfolgen Arbeitseinsätze u. a. in der Rinderzucht Geilsdorf, der Baumwollspinnerei Lengenfeld und im Teppichwerk Oelsnitz. Ende 1961 wird der Jugendwerkhof aufgelöst: Die Jugendlichen werden entlassen oder in anderen Heimen untergebracht. Nachweislich kommen 40 Jugendliche vorübergehend in den Jugendwerkhof Antonsthal, bis das Spezialkinderheim Meerane fertiggestellt ist.
“Schloss Voigtsberg” juvenile workhouse, Oelsnitz/ Vogtland
After World War II, Schloss Voigtsberg is initially used to accommodate refugees. In 1952, a juvenile workhouse is established there. It provides space for 140 girls and boys aged 14 to 18. From 1957 onwards, it is assigned to the Type C category (“Hilfsschüler”). The youths attend the home’s internal special school (“Hilfsschule”), which teaches only to modest standards. In addition, labour assignments take place at locations including the Geilsdorf cattle farm, the Lengenfeld cotton mill and the Oelsnitz carpet factory. The juvenile workhouse is closed at the end of 1961. As a result, the youths are released or moved to other homes. There is evidence that 40 youths are temporarily accommodated at the Antonsthal juvenile workhouse until the completion of the Meerane special children’s home.